DAS WEISSE BAND
DAS WEISSE BAND

Deutschland/Österreich/ Frankreich/
Italien 2009, 145 Minuten, Schwarzweiß

Regie: MIchael Haneke. Mit: Burghardt Klaußner, Ulrich Tukur, Josef Bierbichler, Susanne Lothar, Rainer Bock, Leonie Benesch, Christian Friedel, u. a.

empfohlen ab 16 Jahren

Verleih: Filmladen Filmverleih

Es sei schwierig, so die Erzählstimme aus dem Off, die Ereignisse jener Zeit vollständig wiederzugeben. Auf einige Fragen gebe es, zumal nach so vielen Jahren, keine Antworten mehr. Die Stimme gehört dem ehemaligen Lehrer eines kleinen Dorfes im protestantischen Norden Deutschlands, die Ereignisse, auf die er sich bezieht, tragen sich am Vorabend des Ersten Weltkriegs zu. Alles beginnt mit dem Unfall des Arztes, dessen Pferd über einen heimtückisch gespannten Draht stürzt. Später stirbt die Frau eines Bauern bei der Arbeit im Sägewerk, eine Scheune brennt, der Sohn des Gutsherren wird misshandelt, auch der behinderte Sohn der Hebamme wird Opfer eines Anschlags. Eingeschrieben in diese Geschichte sind die zarte Romanze zwischen dem Lehrer und dem Kindermädchen und Familienszenen im Haus des Pastors, des Gutsherren, des Arztes, des Verwalters – Szenen voll stillen Schreckens und latenter Gewalt, die Haneke "einen Diskurs über die Zeit und ihre Widersprüche, die dann im Ausbruch des Ersten Weltkriegs ein Ventil fanden" (Rheinischer Merkur) führen lassen.

Michael Haneke entwickelt eine vielschichtige und ästhetisch äußerst geglückte (und beglückende) Filmerzählung, in der nicht nur jene mysteriösen Ereignisse, von denen zu Beginn die Rede ist, im Vordergrund stehen, sondern die Menschen, die davon betroffen sind, vor allem die Kinder. Mit seinen bestechend klaren Schwarzweiß-Bildern, den exzellenten Darstellerinnen und Darstellern und seiner kunstvollen, bei aller Reduktion doch sinnlichen Erzählweise erinnert DAS WEISSE BAND an längst vergessen geglaubte (literarische) Erzähltraditionen. Michael Haneke beweist seine absolute Ausnahmestellung im zeitgenössischen Kino, sein in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnetes Werk festigt nicht nur den Ruf des Regisseurs als großen Stilisten, sondern auch als großen Erzähler. Dass es auf die Fragen nach den geheimnisvollen Ereignissen letztlich keine gültigen Antworten gibt, liegt ganz im Sinne des Regisseurs: Wie alle seine Filme kreist auch DAS WEISSE BAND um ein ungelöstes Geheimnis und regt uns zum Nachdenken an.

"Ohne die Dialoge überzustrapazieren oder die Handlung gewaltsam zu akzentuieren, zeichnet Haneke wunderbar leichthändig ein differenziertes, nuancenreiches Bild jener Epoche, die kaum hundert Jahre vergangen ist, aber nicht nur durch das erstaunliche Production Design wie von einem anderen Stern erscheint." (Rheinischer Merkur)

  • DAS WEISSE BAND
  • DAS WEISSE BAND
  • DAS WEISSE BAND
UNTERRICHTSMATERIAL
  • Unterrichtsmaterial des Filmladen Filmverleihs. Autorin: Dr. Martina Lassacher
  • Download
LINKS