DAS VENEDIG PRINZIP
DAS VENEDIG PRINZIP

Deutschland/Österreich/Italien 2012, 82 Minuten

Regie: Andreas Pichler

italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

empfohlen ab 14 Jahren

Verleih: Filmladen Filmverleih

"Für mich ist Venedig ein Symbol für die aktuelle Veränderung unserer Städt. Wo bis vor wenigen Jahren normales Leben herrschte, stehen jetzt vorwiegend touristische Infrastrukturen im Dienste des Tourismus. Der zweite Motor der Veränderung ist die Immobilienspekulation. Viele Innenstädte sind zu Vergnügungsparks und die Ikonografie der Stadt ist durch den Massentourismus zu einer Ware geworden, die Milliarden wert ist. In Venedig findet das alles seinen wahrhaft spektakulären und dramatischen Ausdruck. Spektakulär, weil Venedig immer noch eine der schönsten Städte der Welt ist und die Touristenmassen dort im Verhältnis zur Einwohnerzahl in geradezu bizarrem Verhältnis stehen. Dramatisch, weil Venedig keine normale Stadt ist: jeder Venezianer, der seine Stadt verlässt um aufs Festland zu ziehen, lässt eine Lebensform zurück, die damit unwiederbringlich verschwindet." (Regisseur Andreas Pichler)

In seinem beeindruckenden Dokumentarfilm lässt Andreas Pichler treffend ausgewählte ProtagonistInnen als Zeugen seiner Thesen auftreten: Die Autorin und alteingesessene Venezianierin Tudi Sammarini setzt erst lange nach Mitternacht einen Fuß auf den Markusplatz und klebt die Bilder im Erdgeschoss ihrer Wohnung fest, damit sie beim Einlaufen der Kreuzfahrtsschiffe nicht von den Wänden fallen; der Lastenfahrer Flavio transportiert auf seinem Boot die Umzugskartons derer, die die Stadt verlassen müssen, weil sie sich das Leben dort nicht mehr leisten können – bis auch er seine Koffer packt und nach Mestre bringt; Immobilienmakler Codato begutachtet und verkauft Wohnungen und Palazzi zu absurd hohen Preisen, obwohl er genau weiß, in welch schlechtem Zustand die Immobilien sind; der alte Gondoliere Giorgio flüchtet sich vor dem Touristenstrom in eine Bar und fragt sich, wo die wohl alle zum Pinkeln gehen. Sie alle lieben ihre Stadt, auch wenn diese immer weniger lebens- und liebenswert wird. Mit seinen atemberaubenden Aufnahmen, die der sattsam bekannten Ikonografie Venedigs ganz neue Facetten hinzufügen, und seiner erhellenden, aber nie suggestiven Montage zeichnet Pichler ein schonungsloses Bild des heutigen Venedig und singt gleichzeitig ein Hohelied auf die letzten Venezianer, ihren Witz und ihr Herz.

"DAS VENEDIG PRINZIP fügt seine Argumentation sorgfältig zusammen, mit Bildern, die das verrutschte Verhältnis zwischen der Stadt und der gigantomanischen Tourismusindustrie eindrücklich illustrieren. Besser kann man sich die Lust auf einen Urlaub in der vermeintlich schönsten Stadt der Welt nicht verderben lassen." (critic.de)

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UNTERRICHTSMATERIAL
  • Schulmaterial des Filmladen Filmverleih
  • Autorin: Maxie Klein
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