MEIN BESTER FEIND
MEIN BESTER FEIND

Österreich/BRD/Luxemburg 2010, 106 Minuten

Regie: Wolfgang Murnberger. Mit: Moritz Bleibtreu, Georg Friedrich, Udo Samel, Marthe Keller, Ursula Strauss, Uwe Bohm, u. a.

empfohlen ab 14 Jahren

Verleih: Filmladen Filmverleih

Wien, in den dreißiger Jahren. Seit Kindestagen ist Victor Kaufmann (Moritz Bleibtreu), der Sohn wohlhabender jüdischer Galeriebesitzer (Udo Samel und Marthe Keller) mit Rudi Smekal (Georg Friedrich) eng befreundet. Victors Freundin, die attraktive und lebenslustige Lena (Ursula Strauss), macht ein unzertrennliches Trio komplett, das gemeinsam durch dick und dünn geht. Der Schock ist groß, als Rudi nach dem Anschluss in SS-Uniform auftaucht. Die Familie Kaufmann kommt – gegen Rudis Willen – ins KZ. Jahre später wollen die Nazi-Größen in Berlin eine beschlagnahmte Michelangelo-Zeichnung aus dem Besitz der Kaufmanns dem italienischen Duce zum Geschenk machen. Doch das Bild ist gefälscht. Der echte Michelangelo muss her! Rudi bekommt den Befehl, Victor aus dem KZ zum Verhör nach Berlin zu holen. Das Flugzeug wird von Partisanen abgeschossen, und Victor bringt es nicht übers Herz, den verletzten Rudi einfach liegen zu lassen. Er schleift ihn in eine Hütte und bietet ihm an mit ihm seine KZ-Kleidung zu teilen. Einer in der Hose, einer in der Jacke, so haben sie beide bei den polnischen Partisanen nichts zu befürchten. Während Rudi die KZ-Jacke anzieht hört Victor die vermeintlichen Partisanen deutsch sprechen. Geistesgegenwärtig schlüpft er in Rudis Uniform und präsentiert den deutschen Soldaten, die in die Hütte poltern, den heftig protestierenden Rudi als seinen Gefangenen. Der jüdische Gefangene wird zum SS-Mann und der Sturmbannführer zum KZ-Häftling. Ein Spiel mit vertauschen Rollen. Und ein Spiel um Leben und Tod, bei dem sich Lena entscheiden muss, auf wessen Seite sie steht.

Wolfgang Murnberger erzählt eine spannungsgeladene Geschichte von Freundschaft, Liebe und Verrat. Tragik und Humor liegen eng beisammen in diesem Film, der durch seine differenzierte und warmherzige Figurenzeichnung eine besondere menschliche Tiefe bekommt. MEIN BESTER FEIND steht in der großen Tradition der Komödien von Ernst Lubitsch und Charles Chaplin, bleibt jedoch stets realistisch, handelt nicht von Kunstfiguren, sondern von echten Menschen.

"Nachdem mir das Drehbuch einer Komödie, die in der NS-Zeit spielt, angeboten wurde, fragte ich mich natürlich, ob es überhaupt möglich ist, vor dem Hintergrund dieses Zeitgeschehens eine erfundene ironische Geschichte zu erzählen. Der Drehbuchautor Paul Hengge ist Jude, und nachdem ich ihn zum ersten Mal getroffen und er mir über seine Beweggründe für diese Geschichte erzählt hatte, erschloss sich mir plötzlich eine ganz neue Perspektive auf die filmische Umsetzung der Ereignisse dieser Zeit. Die Juden waren Hitlers Opfer in der realen Geschichte, und sie sind es in den Filmgeschichten bis heute geblieben. In diesem Film ist der jüdische KZ-Häftling Victor nicht das Opfer, sondern der Held. Ich habe eine Tragikkomödie daraus gemacht." (Wolfgang Murnberger)

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UNTERRICHTSMATERIAL
  • Unterrichtsmaterial des Filmladen Filmverleihs. Autorin: Dr. Martina Lassacher
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