Die kleine Zauberflöte

Die kleine Zauberflöte

Regie und Drehbuch: Curt Linda, nach dem Libretto "Die Zauberflöte" von Emanuel Schikaneder zur Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
Deutschland 1997, 63 Min., Farbe
Empfohlen ab 6  Jahren

Der Film beginnt mit einer kurzen Rahmenhandlung: Prinz Tamino und sein Gefolge hetzen einem Wildschwein hinterher. Der Prinz stürzt und sieht einen „Unsinnsvogel“. Er jagt ihm nach - über das Ende der Welt hinaus. Im Reich der Fantasie trifft Tamino zunächst auf den schwatzhaften Vogelfänger Papageno. Dann wird er von drei Schleierfrauen zur Königin der Nacht geführt. Diese betört Prinz Tamino mit Hilfe eines Bildes ihrer Tochter, der schönen Pamina, diese aus der Hand Sarastros zu befreien; Papageno wird wider seinen Willen gedungen, Tamino zu helfen. Und beide erhalten ihre Zaubermittel: die Zauberflöte und das silberne Glockenspiel. Tamino und Papageno haben einen abenteuerlichen Weg ins Reich Sarastros vor sich. Prinz und Vogelfänger werden begleitet und unterstützt von drei Knaben, die ihnen helfen, die Brücke vom Reich der Nacht ins Reich des Tages zu finden. Tamino wählt den steilen Weg von Ehre und Ruhm, Papageno den scheinbar ebenen Weg von Glück und Zufriedenheit entlang der Blumen. Tamino wird mit Hilfe der drei Knaben „Logikus, Genius und Einfalt“ durch die Tür der Weisheit ins Reich Sarastros eingelassen. Sarastro sieht die Liebe Taminos zu Pamina. Tamino und Pamina bestehen zusammen die Feuer- und Wasserprobe, Papageno findet seine Papagena. Am Ende wird die knappe Rahmenhandlung wieder aufgegriffen. Tamino, zurück bei seinen Gefährten, erwacht aus seiner Bewusstlosigkeit. War alles nur ein Traum? Aber er hat doch tatsächlich etwas Materielles aus diesem Traum in den Händen . . .

Curt Linda erzählt keine Zeichentrick-Oper, die Musik hat eher begleitende Funktion. Statt Mozarts Opernarien mit Gesang klingen die bekannten Motive nur in zeitgemässen Musikstilen instrumental an. Auch andere Mozart-Motive finden Verwendung, so etwa der Marsch "a la turca", als sich Tamino und Papageno jeweils für einen Weg entscheiden müssen. Auch die Handlung ist soweit frei erzählt, dass liebevolle Details an Bedeutung gewinnen können, die den Zeichentrickfilm erst zum Erlebnis werden lassen.

Der Trickfilm entstand in jahrelanger mühevoller Kleinarbeit ohne Hilfe des Computers. Der Hintergrund, der Handlungsraum ist detailreich und äußerst liebevoll gestaltet. Die surrealistische Ausgestaltung lässt eine Bilderwelt innerer Seelenlandschaften entstehen. Über diese Bilderwelt gewinnt der Film Tiefe bei aller typisch trickfilmartigen Unterhaltungsoberfläche.

Die mythische Geschichte der Zauberflöte arbeitet einer einfachen Schwarzweiß-Malerei von Gut und Böse entgegen. Wer die Geschichte nicht bereits kennt, für den sind Gut und Böse nicht von Beginn an eindeutig klar. Nur kurz wandelt sich der Kopf der Königin der Nacht einmal in einen Krokodilskopf. Ansonsten muss der Zuschauer den Erkenntnisweg Taminos nachvollziehen. Ein wichtiges Hilfsmittel auf dem Weg der beiden Helden Tamino und Papageno sind die magischen Instrumente Flöte und Glockenspiel. Ihr Klang, ihre Melodien haben Macht, Menschen und Situationen zu ändern. Aber Musik kann auch negative Wirkmacht entfalten. Der Zwiespalt dieser Musikwirkung ist in Mozarts Zauberflöte vorhanden. Die magischen Instrumente werden Tamino und Papageno von der bösen Macht mitgegeben, aber letztendlich gegen sie selbst verwendet. (nach: Die kleine Zauberflöte. Arbeitshilfe Katholisches Filmwerk)

"Die Figuren sind schön und lustig. Besonders lustig fand ich Papageno und die Musikeinlagen. Die Farben und der Hintergrund sind ganz toll gemacht. Der Hintergrund hat die Figuren erst richtig wirken lassen. Teils war der Film lustig, teils sehr ergreifend. Curt Linda und sein Team haben sich da was Tolles einfallen lassen." (Florian, 10 J.)