KLEINE TRICKS
KLEINE TRICKS

Originaltitel: Sztucki

Polen 2007, 95 Minuten

Regie: Andrzej Jakimowski. Mit: Damian Ul, Ewelina Walendziak, u. a.

deutsche Fassung und polnische OmU

empfohlen ab 14 Jahren

Verleih: Filmladen Filmverleih

Der sechsjährige Stefek lebt mit dem Kopf in den Wolken. Das bisschen Wirklichkeit, das er braucht, träumt er sich zurecht. Er schließt kleine Verträge mit dem Schicksal und geht auch keiner Notlüge aus dem Weg. Am liebsten hängt er auf dem Bahnhof herum oder er begleitet seine 17-jährige Schwester Elka, wohin er kann. Auch bei ihren Rendezvous kreuzt er manchmal auf oder quetscht sich zwischen sie und ihren Verehrer auf dem Motorrad. Auf dem Bahnsteig der kleinen Station mit zwei Gleisen beobachtet er einen Mann, der immer gerade noch den Zug in die nächste Stadt erwischt. Stefek vermutet, dass dieser Mann sein Vater ist, den er nie kennen gelernt hat. Mit seinen Tricks lockt er ihn fast bis zum Laden der Mutter. Aber manchmal gehen Tricks auch einfach schief. Ist es wirklich der Vater? Was will er mit dem Strauß roter Rosen? Kann man sich einen Vater einfach wünschen und wie im Märchen herbeizaubern? Welchen Zug muss man nehmen, um endlich ans Ziel zu kommen? Ein lakonisch und locker erzählter Film über die Kraft der kindlichen Phantasie. Zugleich ein poetisches Zeitportrait der polnischen Provinz.

"Man sieht selten einen Film, in dem die Sonne so nebenbei golden strahlt, die Wiesen so nebenbei saftig grün sind, die Leute so beiläufig ihr Leben leben – wiewohl mit Krach und Streit um Liebe und Ambitionen und um das richtige Auto, das man braucht, eine Frau zu verführen.
Stefek hat ein Auge für Frauen, er beobachtet sie nebenbei beim Baden, er legt der drallen Nachbarin, die von der Mutter als Nutte beschimpft wird, so vertraulich und so nebenbei die Hand auf den Bauch, dass sie sein Alter völlig vergisst, seine Berührung als Ausdruck der Verehrung genießt. Seiner Mutter empfiehlt er, den Lippenstift zu lassen, weil sie volle und rote Lippen habe. Dafür rät er ihr zu Lidstrich und Wimperntusche, so sieht sie prima aus, was gut ist, denn heute kommt ja womöglich der auserwählte Mann vom Bahnhof, den das Schicksal mit der beiläufigen Nachhilfe von Stefek zum Laden der Mutter lotsen soll.
Am Ende ist alles offen, und doch auch nicht. Wir müssen nicht sehen, wie es ausgegangen ist. In unserem Herzen wissen wir es sowieso. Es gibt Filme, die machen einen bloß glücklich. KLEINE TRICKS ist für mich so einer!" (Strandgut)

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