THE FOG OF WAR
THE FOG OF WAR

USA 2003, 106 Minuten

Regie: Errol Morris

englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

empfohlen ab 16 Jahren

Verleih: Filmladen Filmverleih

"THE FOG OF WAR ist eine Fabel des 20. Jahrhunderts, die Geschichte eines amerikanischen Träumers, der aus einfachen Verhältnissen zu den Gipfeln der Macht aufgestiegen ist." (Errol Morris)

THE FOG OF WAR ist der Rückblick eines Mannes mit einer faszinierenden, einzigartigen Lebensgeschichte. Jahrelang stand Robert S. McNamara im Zentrum der Macht – in dem blutigsten, kriegerischsten und gefährlichsten Jahrhundert, das die Menschheit bislang erlebt hat. Insbesondere war er als Verteidigungsminister von Anfang an für das Eingreifen der USA in Vietnam mitverantwortlich.

Der Titel des Films verdankt sich einer englischen Redewendung: Im Krieg, so der Kern dieses Ausdrucks, hüllen sich die tatsächlichen Ereignisse in Nebel. Auch den Befehlshabern bleibt oft Wesentliches verborgen. Der Krieg zwingt sie ständig, folgenreiche Entscheidungen zu treffen; zugleich entzieht er ihnen die vernünftigen Grundlagen für ein verantwortliches Handeln.

McNamara rechnet engagiert und schonungslos mit anderen und mit sich selbst ab. An keiner Stelle des Films inszeniert er sich als Held. Er analysiert tragische militärische Entscheidungen und Situationen, bei denen um Haaresbreite eine nukleare Eskalation abgewendet werden konnte. In detaillierten persönlichen Erinnerungen und aus der Sicht der Verantwortlichen lässt er die Bombenangriffe auf Japan im Zweiten Weltkrieg, die Kubakrise und den Beginn des Vietnamkriegs Revue passieren. Gerade weil McNamara eine so herausragende und umstrittene Rolle in so zentralen Konflikten des 20. Jahrhunderts gespielt hat, provozieren seine Thesen: In militärischen Dingen – und sie entscheiden über die Zukunft der Menschheit – müsse man Böses grundsätzlich in Kauf nehmen. Ob jemand als Kriegsverbrecher gilt, hänge daher wesentlich davon ab, wer den Krieg gewinnt. Die Menschheit steuere, vielleicht sogar unausweichlich, in eine Katastrophe. Denn die militärische Macht wächst, und jeder Fehler kann verhängnisvolle Folgen haben. Weltweit.

Regisseur Errol Morris fügt den Erzählungen, Argumenten und Thesen McNamaras weit gehend unbekanntes Archivmaterial hinzu. So führt er die historischen Ereignisse in einer unverbrauchten Sichtweise vor, und als Zuschauer erlebt man auch bekannte Fakten noch einmal neu. Das macht uns bereit für eine Auseinandersetzung mit der harten Kost, die uns Robert S. McNamara zumutet. Wir entdecken in jeder Tageszeitung brandaktuelle Bezüge zu den gegenwärtigen Konflikten. Und der "Nebel des Krieges", so könnte man paradoxerweise meinen, lichtet sich für einen Moment vor unseren privilegierten Augen.

Die Verbindung von außergewöhnlichem Archivmaterial und neu freigegebenen Aufzeichnungen aus dem Weißen Haus sowie die Filmmusik von Philip Glass macht den Film zu einem beunruhigenden und kraftvollen Essay über Krieg, Verstand und die menschliche Natur.

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UNTERRICHTSMATERIAL
  • Unterrichtsmaterial des deutschen Verleihs Movienet
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