Regie: Robert Thalheim. Mit: Alexander Fehling, Ryszard
Ronczewski, Barbara Wysocka, u. a.
Deutschland 2007, 85 Minuten, Farbe
Empfohlen ab 14 Jahren
In Robert Thalheims einfühlsamen Film über das
Leben zwischen Zukunftsträumen und der Konfrontation mit der
Geschichte tritt der junge deutsche Sven seinen Zivildienst im
polnischen Oswiecim an – besser bekannt unter dem deutschen
Namen Auschwitz. Eher hilflos steht er seiner neuen Aufgabe, sich
um den KZ-Überlebenden Krzeminski zu kümmern, gegenüber:
Die fremde Sprache, die Bedeutung des Ortes und die eingespielten
Routinen der Vergangenheitsbewältigung erschweren eine Annäherung
der beiden so unterschiedlichen Männer. Als Sven auf die polnische
Dolmetscherin Ania trifft und sich in sie verliebt, lernt er ein
Leben jenseits der Begegnungsstätte kennen.
"Worüber man nicht reden kann, darüber soll man einen
Film drehen. Thalheim hat bewiesen, dass man auch anders vom Faschismus
erzählen kann als im Modus der Überwältigung. Das Kino
muss nicht dümmer sein als die Historiker. Wenn ein Filmemacher
sich der quotenträchtigen Entpolitisierung der NS-Vergangenheit
verweigert, kann er Dinge darstellen, die sich den Begriffen entziehen.
Dann avanciert der Film zu dem, was in früheren Jahrhunderten die
großen historischen Dramen waren, mit Hebbel gesprochen: 'die höchste
Form der Geschichtsschreibung'." (Die Zeit)