Inhaltsverzeichnis
Fakten zum Film
Der Film
Darstellung des Undarstellbaren?
Inszenierung von Geschichte
Das "Unternehmen Bernhard"
im Film und in der Realität
Biografien
Blüten, Blüten, Blüten
Eine kleiner Geschichte
des Geldfälschens
Survivor Guilt
Historische Hintergründe
Wirtschaft, Verbrechen
und das Erbe des Nationalsozialismus
zurück
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Survivor Guilt
Survivor guilt (auch als KZ-Syndrom bezeichnet) ist die Bezeichnung
für eine tragische Verarbeitung des Erlebten durch Überlebende
großer Katastrophen. Konkret geht es darum, dass sich Überlebende
für ihr Überleben schuldig fühlen, da sie Zeugen vom
Tod vieler Leidensgenossen wurden und sich selbst immer wieder die
Frage stellen: "Warum mussten sie sterben und nicht ich?"
Survivor guilt ist ein psychisches Syndrom, das Menschen in ihrem
Alltag lähmen kann und in den meisten Fällen dazu führt,
dass die Vergangenheit wenig thematisiert wird.
In DIE FÄLSCHER stellen sich die Häftlinge die Frage,
ob sie durch die Verrichtung der Zwangsarbeit nicht das Dritte Reich
stärken und den Nazi-Schergen damit mehr Zeit geben, andere
Verfolgte zu vernichten. Stephan Ruzowitzky zeigt den Holocaust Überlebenden
Sorowitsch am Meeresufer – er kann sich nicht über sein
eigenes Überleben freuen, zu groß ist der Schmerz darüber,
dass so viele vernichtet wurden, und zu belastend die Frage nach
der eigenen Schuld.
Es geht hier nicht um eine reale Schuld, sondern um eine psychische
Reaktion, die durch das nationalsozialistische Verfolgungssystem
befördert wurde:
Die Verfolgten wurden in den Konzentrationslagern immer wieder gegeneinander
ausgespielt – aus sadistischen Gründen wohl ebenso wie aus Machtkalkül.
Die Nationalsozialisten versuchten keine Gruppensolidarität unter den Häftlingen
aufkommen zu lassen, um sie leichter zu kontrollieren.
Wenn KZ-Insassen sich jeden Tag um einige Stücke Brot raufen mussten, so
hatten jene, die überlebten, am Schluss das Gefühl, für den Tod
der anderen Verantwortung zu tragen.
Survivor guilt betrifft nicht nur die Opfer der Konzentrationslager.
Wie in den letzten Jahren festgestellt, internalisierten auch die
Soldaten des Zweiten Weltkrieges (und anderer Kriege mit hohen Todesziffern)
Schuldgefühle, die sich auf
der Tatsache des eigenen Überlebens begründen. |
BUCH
Dieses Syndrom wurde literarisch verarbeitet:
Primo Levi: Die Untergegangenen und die Geretteten. München
1990.
Roman Frister: Die Mütze oder der Preis des Lebens. Berlin
1997.
VERMITTLUNG
Schüler befragen ihr Umfeld nach ihrem Bild (auch den scheinbar positiven
Seiten) des Nationalsozialismus. Die Ergebnisse werden im Unterricht einer kritischen
Hinterfragung unterzogen. Infos zur Beantwortung der dabei auftauchenden Themen
und scheinbaren Errungenschaften:
Wolfgang Benz: Legenden Lügen Vorurteile. Ein Wörterbuch zur Zeitgeschichte.
München 1999. |