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L'ESQUIVE
L'ESQUIVE
Frankreich 2003, 117 Minuten
Regie: Abdellatif Kechiche. Mit: Osman Elkharraz, Sara Forestier, u. a.

empfohlen ab dem
3. Französisch-Lernjahr

französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

 

In einer der Hochhaussiedlungen am Stadtrand von Paris steht eine Gruppe Jugendlicher herum und unterhält sich in ihrem typischen, selbst für französisch Sprechende schwer verständlichen Slang. Dem werden wir es zeigen, und das nächste Mal ist er dran, ist der Grundtenor der Unterhaltung. Ein normales Gespräch unter Kindern von Einwanderern, latente Aggressionen bestimmen den angeberischen Sprachduktus.

Aber der aus Tunis stammende Schauspieler Abdellatif Kechiche unterläuft in seinem zweiten Spielfilm die Erwartungen an ein Sozialdrama, in dem Gewalt, Drogen und Kriminalität vorherrschen. L'ESQUIVE ist ein überraschender Ausflug in die Welt der Literatur und des Theaters, ein raffiniertes Doppelspiel um Liebe und Sprache, in dem die jugendlichen Protagonistinnen und Protagonisten einmal nicht vorrangig mit dem Überleben in einer rauen Gesellschaft beschäftigt sind.

In der Schule wird das Stück "Das Spiel von Liebe und Zufall" von Marivaux geprobt, in dem Herr und Diener die Rollen tauschen und doch nur für die Mitglieder der selben Klasse Liebe empfinden können. Weil er sich in seine Mitschülerin Lydia verliebt hat, die ganz in ihrer Rolle aufgeht, an nichts anderes mehr zu denken scheint als ans Theaterspielen, muss Krimo gleich mehrmals Mal über seinen Schatten springen. Zunächst kostet es ihn einige Mühe (und einen Teil seiner Habseligkeiten), um seinen Freund Rachid, der die Rolle des Harlequin spielt, dazu zu überreden, ihm den Part zu überlassen. Dann muss er, der nie ein Buch gelesen hat, den vertrackten Text auswendig lernen. Und zuletzt kommt der schwierigste Teil: Vor versammelter Klasse soll er Lydia seine Liebe gestehen. Doch der Bühnentext, der so sehr seinen Empfindungen entspricht, will ihm nicht recht über die Lippen kommen, es gelingt ihm nicht, der Aufforderung der Lehrerin, ganz aus sich heraus zu gehen, nachzukommen.

"L'ESQUIVE geht, wie von Zauberhand geleitet, an jedem Klischee einfach vorbei. Hier wird kein pädagogisches Scheitern beklagt, kein Klassiker für die Gegenwart weichgespült, hier wird kein Wunder der interkulturellen Verständigung zelebriert und auch nicht die rettende Kraft der Kunst, hier wird keine soziale Tragödie beweint, hier bleibt auch die Liebe, was sie ist: ein unbegreiflicher Schlamassel. Hier wird eben geliebt und Theater gespielt." (Die Zeit)

Dossier

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Termine

Wochentag Datum Beginn Kino
Montag 27.02.2012 10.00 Uhr GRAZ, Rechbauerkino
Donnerstag 01.03.2012 14.00 Uhr GRAZ, Rechbauerkino
Freitag 02.03.2012 12.00 Uhr GRAZ, Rechbauerkino
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